
Desk: Lokale Politik
Hamburg hat sich aus dem Rennen um die Olympischen Spiele verabschiedet – eine deutliche Mehrheit lehnte die Bewerbung ab. Die Abstimmung offenbart tiefe soziale Gräben: Wohlhabende Stadtteile stimmten dafür, ärmere dagegen.
Das Referendum hat Hamburg geteilt wie kaum ein anderes Thema zuvor. Die Sueddeutsche Zeitung berichtet, dass die Hamburger Bevölkerung sich deutlich gegen eine Bewerbung für Olympische Spiele ausgesprochen hat – trotz einer millionenschweren Kampagne der Befürworter. Der NDR dokumentiert, wie die Abstimmung entlang von Einkommenslinien verlief: In wohlhabenderen Vierteln dominierte das Ja, in ärmeren Stadtteilen das Nein.
Damit bleiben im nationalen Rennen nur noch drei Kandidaten übrig. Die Tageszeitung meldet, dass München, die Rhein-Ruhr-Region und Berlin weiterhin Chancen auf eine Bewerbung für die Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044 haben. In München und Köln/Rhein-Ruhr hatten Befragungen zuvor 66 Prozent Zustimmung ergeben – deutlich höher als in Hamburg.
Bürgermeister Peter Tschentscher versuchte am Tag nach der Abstimmung, Schaden von seiner Regierung abzuwenden. Der Spiegel zitiert den Senat mit der Aussage, dass das Nein die Arbeit des Senats nicht beschädigt habe. Doch die Niederlage wird in der Öffentlichkeit auf Arroganz und fragwürdige Taktiken der Befürworter zurückgeführt – ein Vorwurf, der die Kluft zwischen Senat und Bevölkerung vergrößert.
Für andere Regionen könnte Hamburgs Entscheidung Chancen eröffnen. Die Zeit berichtet, dass Warnemünde als möglicher "Segelkandidat" von Hamburgs Nein profitieren könnte. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) muss nun entscheiden, wie es mit dem deutschen Bewerbungsprozess weitergeht – und ob die verbleibenden drei Kandidaten ausreichen, um international konkurrenzfähig zu bleiben.
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