
Desk: Israel-Libanon-Konflikt
Die israelische Armee hat die mittelalterliche Burg Beaufort unter ihre Kontrolle gebracht – erstmals seit 26 Jahren. Der Vorstoß markiert eine Intensivierung der Bodeneinsätze gegen die Hisbollah, während die im April vereinbarte Waffenruhe faktisch zusammengebrochen ist.
Das israelische Militär hat nach eigenen Angaben die Kreuzritterfestung Beaufort im Südlibanon eingenommen. Die Burg, die im 12. Jahrhundert erbaut wurde und über 700 Meter Höhe liegt, war zuletzt vor 26 Jahren unter israelischer Kontrolle. Einheiten der Brigaden Golani hissten ihre Flagge auf der strategisch bedeutsamen Anlage.
Die Eroberung der Festung ist mehr als ein taktischer Erfolg: Sie bringt Israel erhebliche strategische Vorteile im Südlibanon, da die Burg eine Schlüsselposition zur Überwachung und Kontrolle der Region darstellt. Verteidigungsminister Israël Katz kündigte die Einnahme in sozialen Medien an und betonte damit die Bedeutung des Erfolgs für die israelische Öffentlichkeit.
Die israelische Armee weitet ihre Bodeneinsätze im Libanon kontinuierlich aus. Dies geschieht vor dem Hintergrund einer massiven Eskalation: Die im April vereinbarte Waffenruhe zwischen Israel und der mit dem Iran verbündeten Hisbollah-Miliz wird faktisch nicht eingehalten. Berichten zufolge kommt es fast täglich zu Zusammenstößen, obwohl die Truce seit drei Monaten offiziell in Kraft sein soll.
Die Hisbollah antwortet auf die israelischen Vorstöße mit erneutem Beschuss. Die schiitische Miliz feuert wiederholt auf israelisches Territorium, was die Spirale der gegenseitigen Anschläge weiter dreht. Während die Kämpfe im Südlibanon intensiver werden, laufen parallel Verhandlungen über eine dauerhafte Waffenruhe – bislang ohne erkennbare Fortschritte.
Die Einnahme Beauforts zeigt, dass Israel seine militärische Präsenz im Libanon nicht nur behauptet, sondern aktiv ausbaut. Experten sehen darin ein Signal, dass Tel Aviv kurzfristig nicht mit einer stabilen Waffenruhe rechnet und stattdessen auf militärische Ziele im Südlibanon hinarbeitet.
Sources
14:0131 May 2026aftenposten.no