
Desk: Israel-Libanon-Konflikt
Einen Tag nach der Einnahme der Burg Beaufort eskaliert der Konflikt weiter: Die Hisbollah reagiert auf Israels Bodenoffensive mit ausgeweitetem Raketenbeschuss auf Nordisrael, während die israelische Armee ihren tiefsten Vorstoß in den Südlibanon seit Jahrzehnten fortsetzt.
Die Lage im Südlibanon verschärft sich rapide. Nachdem Israel am Vortag die Kreuzritterfestung Beaufort eingenommen hatte, meldet die israelische Armee nun eine weitere Ausweitung des Bodeneinsatzes. Zeit Online berichtet, dass beide Seiten sich gegenseitig neue Angriffe vorwerfen und die im April vereinbarte Waffenruhe damit endgültig Makulatur ist.
Die Hisbollah reagierte auf den israelischen Vorstoß, indem sie den Radius ihrer Raketenangriffe auf Nordisrael ausdehnte. Der Spiegel meldet, dass die Miliz damit auf die israelische Offensive antwortet und gezielt weiter nördlich gelegene Ortschaften ins Visier nimmt als bisher. Das ZDF berichtet, dass israelische Einheiten der Golani-Brigade inzwischen tiefer in den Südlibanon eingedrungen sind als zu irgendeinem Zeitpunkt seit dem Rückzug im Jahr 2000.
Verteidigungsminister Israel Katz bestätigte die Geländegewinne über den Kurznachrichtendienst X. Die Welt schreibt, dass die Einnahme von Beaufort – auf über 700 Metern Höhe gelegen – Israel eine strategische Übersicht über weite Teile des Südlibanons verschafft und als Ausgangspunkt für weitere Operationen dienen kann. Die Festung war zuletzt 2000 beim israelischen Rückzug aus dem Libanon aufgegeben worden.
Der Tagesspiegel berichtet, dass die Ausweitung der Bodenoffensive international scharfe Kritik auslöst. Mehrere europäische Regierungen forderten Israel auf, die Operationen einzustellen und zu Verhandlungen zurückzukehren. Diplomatische Bemühungen um eine neue Waffenruhe laufen nach Angaben von Deutschlandfunk parallel weiter, ohne dass bislang ein konkreter Durchbruch erkennbar wäre.
Die humanitäre Lage im Südlibanon verschlechtert sich derweil weiter. Die Süddeutsche Zeitung berichtet, dass Hilfsorganisationen zunehmend Schwierigkeiten haben, betroffene Gebiete zu erreichen, während die Zivilbevölkerung aus den Kampfzonen flieht.
Sources
00:391 Jun 2026feeds.bbci.co.uk