
Desk: Regierungsskandal
Nachdem die britische Regierung am Montagnachmittag über 1.500 Seiten freigegeben hat, zeigen die Inhalte nun mehr als nur peinliche Epstein-Verbindungen: Die Dokumente legen tiefe Risse innerhalb des Kabinetts und wachsende Zweifel an Starmers Führung offen.
Was als kontrollierte Transparenzgeste geplant war, entwickelt sich für Keir Starmer zum politischen Brandbeschleuniger. Die am Montag veröffentlichten Mandelson-Dateien enthüllen laut The Guardian nicht nur, was Minister über Mandelsons Verbindungen zu Jeffrey Epstein wussten – sie legen vor allem interne Machtkämpfe und weitverbreitete Skepsis innerhalb der Labour-Partei bloß.
Zentral ist ein Brief, den Mandelson am 18. November 2024 an Außenminister David Lammy schrieb. Darin versicherte er, die Regierung werde die Botschafter-Ernennung niemals bereuen – eine Aussage, die angesichts der späteren Ereignisse besonders bitter wirkt. Bloomberg berichtet, dass die Dokumente Risse freilegen, die nun den Kampf um Starmers Nachfolge mitprägen.
Minister hatten sich laut Politico bereits vor der Veröffentlichung auf peinliche Enthüllungen eingestellt. Die tatsächlichen Inhalte übertrafen offenbar die Erwartungen: Statt eines geordneten Bildes zeigen die mehr als 1.000 Seiten – nach anderen Zählungen über 1.500 – ein Kabinett, das intern über die Ernennung stritt und dessen Bedenken intern dokumentiert, aber nach außen verschwiegen wurden.
Die wichtigsten Erkenntnisse aus den Dateien, die BBC zusammenfasst, drehen sich um drei Punkte: erstens das Ausmaß, in dem hochrangige Minister über Mandelsons Epstein-Kontakte informiert waren; zweitens die Tiefe der internen Kritik an der Entscheidung; und drittens die Frage, wie Downing Street die Öffentlichkeit über den Entscheidungsprozess im Unklaren ließ.
Für Starmer, dessen Amtsführung ohnehin unter Druck steht, kommt die Veröffentlichung zur Unzeit. Die Dokumente nähren Spekulationen über seine politische Zukunft und stärken jene innerhalb der Partei, die bereits offen über eine Nachfolge diskutieren. Die Affäre begann als Frage nach Mandelsons Eignung – sie ist inzwischen zu einem Spiegel für den Zustand der gesamten Regierung geworden.
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