Ressort: Israel-Libanon-Konflikt
Drei Tage nach einer kurzen Feuerpause eskaliert der Konflikt erneut scharf: Israels Regierung ordnete Luftangriffe auf die südlichen Vororte Beiruts an, während Hisbollah mit Drohnen und Raketen den Norden Israels traf – darunter die Küstenregion um Haifa.
Ministerpräsident Benjamin Netanyahu und Verteidigungsminister Katz haben die israelische Armee angewiesen, die Angriffe auf Hisbollah-Stellungen in Beirut wieder aufzunehmen. Die New York Times berichtet, dass Tausende Menschen aus den südlichen Vororten der libanesischen Hauptstadt flohen, nachdem Netanyahu die Ausweitung der Militärkampagne offiziell ankündigte. Gleichzeitig übernahmen IDF-Einheiten die Kontrolle über den Beaufort-Kamm und das Wadi-al-Saluki-Gebiet jenseits des Litani-Flusses.
Auf israelischer Seite meldeten Rettungskräfte am Nachmittag mindestens vier Verletzte, nachdem eine Hisbollah-Drohne im Norden des Landes einschlug. Der Jerusalem Post zufolge waren Feuerwehrteams am Absturzort im Einsatz; Angaben zum Zustand der Verletzten lagen zunächst nicht vor. Bereits am Morgen hatte Hisbollah Raketen auf den Norden Israels abgefeuert, darunter auf die Außenbezirke der Küstenstadt Haifa.
France 24 berichtet, dass Israel die Angriffe auf die Beiruter Südvororte – eine Hisbollah-Hochburg – als direkte Reaktion auf den erneuten Raketenbeschuss begründete. Die Waffenruhe, die zuletzt eine kurze Atempause gebracht hatte, gilt damit als faktisch gescheitert.
The Hindu meldet, dass die Lage im Südlibanon weiterhin unübersichtlich ist: IDF-Truppen rücken in Gebiete vor, die eigentlich unter der Kontrolle der libanesischen Armee und der UN-Beobachtermission UNIFIL stehen sollten. Humanitäre Organisationen warnen vor einer erneuten Massenflucht aus dem Großraum Beirut.
Die Ereignisse des Tages verdichten sich zu einem klaren Muster: Hisbollah setzt auf Drohnen- und Raketenangriffe in die Tiefe Israels, während Israel mit Luftschlägen auf städtische Infrastruktur im Libanon antwortet. Beide Seiten signalisieren bislang keine Bereitschaft zu neuen Verhandlungen.
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