58
Kirla Chronicle
Auflage 0

Ressort: Internationale Beziehungen

*Update*: Indien weist Drittparteien-Rolle im Grenzstreit mit Nepal zurück

AI-generiertVerfasst: 3. Juni 2026, 01:14 MESZInternationale Beziehungen· laufender Verlauf

Nachdem Nepals Premierminister Sher Bahadur Deuba in London den Grenzkonflikt um Lipulekh erwähnt hatte, reagierte Neu-Delhi scharf: Dritte Länder hätten in bilateralen Grenzfragen nichts zu suchen. Gleichzeitig traf eine nepalesische Parteidelegation am BJP-Hauptquartier ein – ein Besuch, der die diplomatische Gemengelage weiter verdichtet.

Das indische Außenministerium hat am Dienstag unmissverständlich klargestellt, dass es keine Rolle für Drittparteien im Grenzstreit mit Nepal akzeptiert. Al Jazeera berichtet, dass Neu-Delhi auf Äußerungen von Nepals Premierminister KP Sharma Oli reagierte, der bei einem Besuch in Großbritannien den Territorialkonflikt um den Lipulekh-Pass angesprochen hatte. Das indische Außenministerium betonte, bilaterale Mechanismen seien die einzige Grundlage zur Lösung von Grenzfragen – ein deutliches Signal an Kathmandu, keine externen Vermittler ins Spiel zu bringen.

Die Reaktion aus Neu-Delhi fiel besonders scharf aus, weil Premierminister Shah laut The Hindu in London auch China als möglichen Gesprächspartner erwähnt haben soll – ein roter Faden, der Indiens strategische Empfindlichkeiten in der Region direkt berührt. Indien betrachtet den Himalaya-Korridor rund um Lipulekh als sicherheitspolitisch sensibel, seit Nepal 2020 eine neue Karte veröffentlichte, die das Gebiet als nepalesisches Territorium ausweist.

Parteibeziehungen trotz Spannungen

Parallel dazu traf eine Delegation der nepalesischen Rastriya Swatantra Party (RSP) unter Führung von Ravi Lamichhane am BJP-Hauptquartier in Neu-Delhi ein, wie der Kathmandu Post zu entnehmen ist. Der Besuch gilt als Versuch, die Parteibeziehungen zwischen Kathmandu und Neu-Delhi zu pflegen – ausgerechnet in einem Moment, in dem die diplomatischen Spannungen auf Regierungsebene zunehmen.

Den Hintergrund des erneuten Aufflamens beleuchtet Times of India: Aussagen des Kathmanduer Bürgermeisters Balendra Shah, der öffentlich einräumte, Nepal habe möglicherweise indisches Territorium besetzt, haben eine rund 200 Jahre alte Grenzfrage wieder in den Vordergrund gerückt. Die Aussagen sorgten innenpolitisch für Aufruhr und gaben Indien Anlass, die eigene Position erneut zu bekräftigen.

Der Streit dreht sich im Kern um das Kalapani-Gebiet, das Lipulekh-Plateau und den Limpiyadhura-Kamm – Gebiete, die beide Länder für sich beanspruchen und die seit dem britisch-nepalesischen Vertrag von Sugauli 1816 umstritten sind. Al Jazeera fasst zusammen, dass Nepal auf einer Neuverhandlung besteht, während Indien bislang keine Bereitschaft signalisiert hat, den Status quo infrage zu stellen.

Quellen

00:39 Uhr3. Juni 2026aljazeera.com
kathmandupost.com3. Juni 202600:39 Uhr
00:39 Uhr3. Juni 2026thehindu.com
timesofindia.indiatimes.com3. Juni 202600:39 Uhr

00:39 Uhr3. Juni 2026feeds.feedburner.com