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Kirla Chronicle
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Ressort: Geschlechterparität

Studie: Drei von vier Kinderkrankentagen entfallen auf Mütter

AI-generiertVerfasst: 1. Juni 2026, 18:56 MESZGeschlechtergleichstellung

Eine Auswertung der AOK zeigt die hartnäckige Ungleichverteilung bei der Betreuung kranker Kinder in Deutschland. Während Mütter massiv überrepräsentiert sind, zeichnet sich bei Vätern aber ein Trend zum Aufholen ab.

Wenn das Kind krank ist und zu Hause bleiben muss, bleibt in Deutschland nach wie vor meistens die Mutter der Arbeit fern. Das zeigt eine Auswertung der AOK, wonach 73 Prozent der sogenannten "Kind krank"-Tage im vergangenen Jahr auf Frauen entfielen. Damit liegt Niedersachsen auf Bundesniveau – die geschlechtsspezifische Ungleichverteilung ist also kein regionales Phänomen, sondern ein deutschlandweites Muster.

Die Zahlen verdeutlichen ein strukturelles Problem: Drei von vier Kinderkrankentagen gehen zu Lasten von Müttern, während Väter deutlich seltener ihre Erwerbstätigkeit unterbrechen, um sich um kranke Kinder zu kümmern. Das hat langfristige Konsequenzen für die Karrierechancen und finanzielle Unabhängigkeit von Frauen. Wer regelmäßig aus dem Beruf aussteigt, riskiert Lohneinbußen, verliert Aufstiegschancen und sammelt weniger Rentenpunkte.

Väter holen langsam auf

Ein differenziertes Bild zeigt sich allerdings bei der Entwicklung: Väter holen bei der Zahl der Kinderkrankentage auf, wie das AOK-Institut beobachtet. Das deutet darauf hin, dass sich die Rollenverteilung – wenn auch langsam – zu verschieben beginnt. Dennoch bleibt die Quote der Väter weit hinter der der Mütter zurück. Die Gründe sind vielfältig: gesellschaftliche Erwartungen, wirtschaftliche Anreize (oft verdienen Väter mehr und können sich einen Verdienstausfall weniger leisten) und fehlende flexible Arbeitsmodelle spielen eine Rolle.

Die Studie unterstreicht, dass kranke Kinder in Deutschland nach wie vor als "Frauensache" behandelt werden. Solange sich diese Wahrnehmung nicht ändert und Arbeitgeber sowie Sozialversicherungen nicht aktiv gegensteuern, wird sich die Ungleichverteilung nicht wesentlich verändern. Experten fordern daher mehr Flexibilität für beide Elternteile und eine kulturelle Verschiebung hin zu echter Partnerschaftlichkeit bei der Kinderbetreuung.

Quellen

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