
Ressort: Künstliche Intelligenz
Das US-Unternehmen Anthropic stellt der europäischen Cybersicherheitsagentur ENISA sein Sprachmodell Mythos zur Verfügung. Das KI-System kann Netzwerk-Schwachstellen aufspüren – birgt aber auch erhebliche Risiken für kritische Infrastrukturen.
Anthropic hat sich dazu verpflichtet, der EU-Cybersicherheitsagentur ENISA Zugang zu seinem neuen Sprachmodell Mythos zu gewähren. Handelsblatt berichtet, dass das KI-Tool bereits von zahlreichen US-Firmen genutzt wird und außergewöhnlich gut darin ist, Schwachstellen in Systemen aufzuspüren.
Die Bereitstellung des Modells für die europäische Behörde ist ein strategischer Schritt: ENISA soll damit die Fähigkeiten und potenziellen Risiken der Technologie testen und bewerten können. Bloomberg berichtet, dass Anthropic das Modell als außerordentlich geschickt bei der Erkennung von Netzwerk-Anfälligkeit beschreibt – warnt aber gleichzeitig, dass es eine erhebliche Cybersicherheitsbedrohung für kritische Systeme darstellen könnte.
Die Zusammenarbeit mit der EU-Agentur unterstreicht die wachsende Bedeutung von KI-Sicherheit in Europa. Während Anthropic den Behörden Zugang zu seinen Modellen gewährt, bereitet sich das Unternehmen parallel auf seinen Börsengang vor: Tagesschau meldet, dass Anthropic – bekannt für seine KI-Anwendung Claude – bereits Unterlagen bei der US-Börsenaufsicht eingereicht hat. Dies ist der erste formale Schritt auf dem Weg an die Börse.
Die Maßnahme passt in den breiteren Kontext europäischer KI-Regulierung. Die EU arbeitet daran, mächtige KI-Systeme zu überwachen und deren Risiken zu minimieren. Indem Anthropic der ENISA Zugang zu Mythos gewährt, signalisiert das Unternehmen Kooperationsbereitschaft mit europäischen Regulierungsbehörden – ein wichtiges Signal in einer Zeit, in der die Kontrolle von KI-Sicherheitsrisiken zunehmend in den Fokus rückt.
Quellen