Matthias Lilienthal hat seine Pläne als neuer Intendant der Berliner Volksbühne vorgestellt. Neben klassischen Inszenierungen will er ein kostenloses 25-Meter-Schwimmbecken vor dem Theater errichten und das Haus damit öffnen.
Matthias Lilienthal übernimmt die Volksbühne in einer Phase der Neuausrichtung. Nach dem plötzlichen Tod von René Pollesch kehrt der Intendant an das Haus zurück, das er bereits von 2007 bis 2013 geleitet hat. Der Tagesspiegel berichtet, dass Lilienthal gemeinsam mit seinem Team neue Impulse setzen will.
Das markanteste Projekt ist das sogenannte "Volksbad": Ein 25-Meter-Schwimmbecken soll direkt vor der Volksbühne entstehen. Nach Angaben von RBB soll das Becken kostenlos und ohne Ausweispflicht zugänglich sein – ein bewusster Bruch mit klassischen Theaterkonventionen. Lilienthal versteht das Schwimmbad als Erweiterung des Publikumsraums, nicht als Konkurrenz zum Spielbetrieb.
Die Zeit dokumentiert, dass parallel zur Infrastruktur-Initiative auch das künstlerische Ensemble wächst: Die Schauspielerin Julia Riedler kommt neu ins Ensemble. Zudem sind Inszenierungen von Kurdwin Ayub und Florentina Holzinger geplant – beide Künstlerinnen stehen für experimentelle, körperbetonte Arbeitsweisen.
Lilienthals Strategie verbindet damit drei Ebenen: physische Öffnung des Ortes durch das Schwimmbad, künstlerische Kontinuität durch etablierte und neue Regisseurinnen, und eine Neuinterpretation dessen, was "Volksbühne" im 21. Jahrhundert bedeutet. Das Projekt signalisiert, dass das Haus nicht nur als Aufführungsort funktionieren soll, sondern als sozialer Raum – ein Ansatz, der an die Gründungsidee des Hauses anknüpft, gleichzeitig aber radikal neu gedacht wird.
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